Vök – Figure

Vom ersten Hören an überkommt mich das Gefühl, dass die Musik, die da so verträumt durch meine Boxen wabert, isländisch sei. Und in der Tat stammt die vierköpfige Band um Sängerin Margrét Rán aus Islands Hauptstadt Reykjavik. Vök nennen sie sich und ihre Musik ordnet sich irgendwo zwischen Elektro-Pop und Ambience ein. Freunde von Künstlern wie The XX oder Chvrches werden Gefallen an dieser Formation finden; ihr vielschichtiger Klangteppich ist beruhigend und mitreißend zugleich. Aufgenommen wurde ‘Figure’ in Margrét’s Studio, welches eine herrliche Aussicht auf Reykjavik bietet und diese wiederum hatte maßgeblichen Einfluss auf den Klang des Albums. Das hört man ehrlich gesagt auch jedem einzelnen Song an.

Sei es das eingängige ‘Show Me’, das textlich höchst emotionale ‘Don’t Let Me Go’ oder das eingängige ‘BTO’: Nicht nur der bezaubernde Akzent im Gesang verrät die isländische Herkunft. Es ist vielmehr die melancholische Grundstimmung, die man auch Landsleuten wie Björk oder Of Monsters And Men stets zuordnen kann. Einerseits zerbrechlich und pur, dann wieder extravagant und störrisch. Feuer und Eis. Vulkane und Gletscher. Da muss es einen Zusammenhang geben.

Als Produzenten konnten Vök Brett Cox gewinnen, der bereits mit Jack Garrett gearbeitet hat. Auch diese Verknüpfung ist erkenn- bzw. hörbar. Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie warm und gefühlvoll elektronisch hergestellte Musik wirken kann, die ja ursprünglich nichts anderes als stumpfe, kühle Piepser sind. Kalt und warm – das hatte ich doch eben schon fest gestellt, wie gesagt: Das muss irgendwie zusammen gehören. Ich ertappe mich dabei, wie ich mit aufrechterem Gang durch das Zimmer stolziere als sonst, da Vök cineastisch klingen; sie machen den Moment, in dem man ihre Musik hört, bedeutungsvoller. Das klingt jetzt wahrscheinlich ein bisschen verrückt, es wird aber nachvollziehbar, wenn man ‘Figures’ hört. Und dazu rate ich inständig.

Im April und Mai spielen Vök dann unter anderem auch in Deutschland, was für die Band die Erfüllung eines großen Wunsches ist. Ihre Musik soll um die Erde reisen, möchte alle Teile der Welt bespielen und ich sehe keinen Grund, warum sie das nicht schaffen sollte, denn Gefühle sind universell. Und wenn jemand etwas von gefühlvoller Musik versteht, dann sind es Isländer.

Tracklist:

Breaking Bones
BTO
Figure
Polar
Floating
Don’t Let Me Go
Show Me
Crime
Lightning Storm
Hiding