To Kill A King (Ahrensburg)

Ein Wohnzimmerkonzert mit To Kill A King?? Natürlich fülle ich umgehend mein Bewerbungsformular aus und TADAAA…gewinne auch noch.

Voller Vorfreude auf das Wiedersehen lenke ich mein Auto an diesem sommerlichen Montag durch die Allee gesäumten Straßen Richtung Ahrensburg. Viel zu früh erreiche ich das Haus der Gastgeber, die mich aber freundlich empfangen und in den Garten führen. Aufgrund des angenehmen Wetters soll das Konzert in einer stimmungsvoll geschmückten, mit Tüchern überdachten Ecke des Gartens stattfinden, inklusive Bar und gekühlten Getränken. Was für ein Empfang – was für eine Kulisse. Der Euphoriepegel steigt gleich noch eine Stufe höher.

Nach und nach trudeln auch die anderen Gewinner ein und machen es sich gemütlich. Irgendwann erspähe ich ein paar Instrumente, die ausgepackt werden und tatsächlich blicke ich wenig später in die freundlich lächelnden, aber auch müde aussehenden Gesichter von To Kill A King, die leider ohne Keyboarder Ben Jackson angereist sind. Der neue Bassist – James Ball- ist zwar da, allerdings ohne Bass, dafür aber mit einer Erkältung.
Hautnah erlebe ich den Aufbau und Soundcheck, der gerade mal eine Viertelstunde Zeit in Anspruch nimmt; dann ist die Band startklar und eröffnet das lauschige Set mit einem alten Klassiker: ‚Bloody Shirt‘. Ich würde die vorherrschende Stimmung gern abspeichern und bei schlechten Zeiten wieder abrufen: Ein wohliger Mix aus Entspannung, Freude, und Alltagspause wiegt mich durch die nächste Stunde. Teilweise lausche ich gebannt den Worten Ralph Pelleymounter’s, manchmal verliere ich mich im harmonischen Zusammenspiel der Gitarren oder aber ich klatsche im Takt von Joshua Taffel’s Snare. Es ist nahezu unwirklich, so nah am Geschehen zu sein, auf einer Ebene mit den Musikern. Ohne Bühne. Ohne irritierende Scheinwerfer. Oft gibt es Mitsing-Passagen, die das Gemeinschaftsgefühl nur noch mehr verstärken und manchmal wird auch einfach nur herzlich gelacht. Zum Beispiel, als ein undefinierbares Geräusch aus dem umliegenden Wald ertönt; welches Ralph irgendwann sogar innehalten lässt, weil er seine rachsüchtige Ex-Freundin dahinter vermutet. Überwiegend neue Songs stehen auf der – fünf Minuten vor Beginn ausgetüftelten – Setlist. So sehr ich die Melancholie des Debuts auch liebe, diesem Sommerabend steht der schwungvolle, leichtere Charakter der neuen Songs ‚Love Is Not Control‘ oder ‚World Of Joy‘ ausnahmslos gut und ich freu mich, dass die übersichtliche Anzahl von Menschen doch so laut mitsingen kann. Viel zu schnell für meinen Geschmack verabschieden sich die vier Briten und legen ihre Instrumente ab. Doch auch hier zeigt sich wieder der Vorteil dieser privaten Atmosphäre: Anstatt von der Bühne in den Backstagebereich zu gehen, bleiben To Kill A King vor Ort, trinken ihr wohlverdientes Feierabendbier und haben ein offenes Ohr für jeden, der mit ihnen sprechen möchte.

Abschließend kann ich mich nur bei allen Leuten bedanken, die Abende wie diesen möglich machen: Bei den Gastgebern, die voller Vertrauen ihre eigenen vier Wände zur Verfügung stellen und dort wildfremde Menschen begrüßen. Bei To Kill A King, die höchstpersönlich quer durch Deutschland fahren, um diese kleinen Konzerte zu spielen. Und natürlich auch bei allen Gewinnern, die mit guter Laune und höflichem Auftreten das alles zu einem wunderbaren Ereignis gemacht haben. Das alles für Musik. Einmal mehr ein Beweis dafür, dass Musik Menschen zusammen führt, Strapazen leichter überwinden lässt und dass sie die Herzen mit Glück erfüllen kann.