The Kooks – Let’s Go Sunshine

The Kooks veröffentlichen mit ‘Let’s Go Sunshine‘ ihr mittlerweile fünftes Album (das Best Of Album eingerechnet, ist es sogar schon ihr sechstes). Entgegen zahlreicher Kritiken für ihr letztes Album, empfand ich ‚Listen‘ als gelungene Überraschung. Es wirkte objektiver, klang anders und hat mich –besonders live – immer mitgerissen und zum Tanzen gebracht.

Auf dem neuesten Werk hat die Band aus Brighton aber wieder zu ihrem ursprünglichen Sound zurück gefunden. Doch auch hier gehe ich auf eine Reise, die etwas schwermütig und reflektierend beginnt und mit Ausgelassenheit und Lebensfreude endet. Sänger und Songschreiber Luke Pritchard, frisch von seiner Freundin getrennt,  beginnt mit den Aufnahmen zum neuen Album im schlimmsten Liebeskummer.’Kids’ repräsentiert lyrisch die Melancholie in seiner reinsten Form, der Text lässt keine Zweifel offen, dass Luke in einer sehr düsteren Stimmung den Song geschrieben hat; auch der tanzbare Beat und das eingängige „Ohwohowoho“ können die Grundtraurigkeit nicht kaschieren.

‘All The Time‘ ist für mich ein typischer The Kooks Song und das ist durchweg positiv gemeint. Ich mag den Bass und den Refrain, der sich sofort nach Sommer, Festivals und Live-Musik anfühlt. Dagegen steht das dunkle ‘Believe‘, zu dem ich mir doppelt unterstrichen „melancholisch“ aufgeschrieben habe. Hier ist es besonders der Kopfstimmengesang im Refrain, der die Verletztheit  so deutlich macht.

Ab ‘Fractured And Dazed‘ kippt die Stimmung und es wird hoffnungsvoller nach vorn geschaut. Luke beschreibt hier reflektiert die Gründe für das Ende der Beziehung, scheint damit aber letztlich seinen Frieden gemacht zu haben. Und dann folgt mit ‘Chicken Bone‘ ein Song, der nur so vor Verliebtheit strotzt. Auch das ist wieder eine der Nummern, die ich tagelang im Kopf habe und sie ist prädestiniert zum Live-Spielen.

‘Honey Bee‘ stammt ursprünglich aus der Feder von Bob Pritchard, Luke’s Vater. Er war selbst Musiker, starb aber schon, als Luke drei Jahre alt war. Irgendwann hat der Sohnemann ‘Honey Bee‘ mit ins Studio genommen und um ein paar Passagen erweitert. Die Band liebte den Song und mit Hilfe der modernen Technik können wir heute beide Pritchard’s im Duett hören. Es ist ein sehr rührender Moment auf dem Album, der mich ehrlich bewegt.

Mein persönlicher Favorit auf ‘Let’s Go Sunshine‘ ist allerdings ‘Weight Of The World‘. Ich kann gar nicht genau beschreiben, was es ist, aber wenn nach dieser schönen poetischen Strophe der Gesang „Under My Radar“ einsetzt, dann geht mein Herz auf. Ein durch und durch toller Song – so ehrlich, so einnehmend und doch so leicht.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass es einen lustigen Effekt hat, das Album in Dauerschleife zu hören. Es endet nämlich mit dem Song ‘No Pressure‘, den man zu Beginn auch kurz als Intro und a capella hört. Ich brauchte für ‘Let’s Go Sunshine‘ mehrere Anläufe, ehe das Album richtig auf mich gewirkt hat, aber das habe ich bei den meisten Alben der Kooks. Es lohnt sich aber, dran zu bleiben, denn ich habe nun wieder neue Songs für die beginnende Herbstzeit gefunden.