Mighty Day Times

Musik aus Buxtehude. Da denken wir spontan eher an Schifferklavier und Shanty-Chor. Davon seid ihr aber weit entfernt. Was inspiriert euch, wer ist für das Songwriting verantwortlich??

Sebastian: Was an Buxtehude ganz interessant ist, da kommen einige guter Künstler her – zumindest aus unserem Umfeld. Leute aus unserer Schule, wie zum Beispiel ‘Tóke’ oder ‘Rap Jack’.

Jonathan: ‘Tóke’ ist ein sehr talentierter Reggae-Musiker und ganz gut am Start gerade. Er ist momentan in Hamburg und spielt dort viele Konzerte und war generell schon viel unterwegs.

Sebastian: Wir hatten sehr viel Musik in der Schule und mich hat das tatsächlich immer sehr gepusht. Es gab in der Schule immer eine gewisse musikalische Integrität, Musik war dort immer hoch anerkannt. Sonst verbinde ich nicht so viel musikalisch mit Buxtehude. Du?? (schaut Jonathan fragend an)

Jonathan: Wir haben im Laufe der Jahre eine Fanbase in Buxtehude aufgebaut und wenn wir jetzt zu Hause spielen, dann ist da eine richtig große Connection mittlerweile. Beim Altstadtfest zu spielen fühlt sich schon fast wie nach Hause kommen an, da ist dann mächtig was los.

Wenn es nicht die Stadt ist, was inspiriert euch dann zu eurem Songwriting, gibt es Künstler, die ihr als Vorbilder benennen würdet??

Dario: Wir hören alle genre-übergreifend Musik, aber natürlich jeder seins für sich. Deshalb weiß man manchmal gar nicht genau, woher eine Idee plötzlich kommt.

Sebastian: Genau, jeder bringt seine eigene Seite mit ein, trotzdem gibt es Bands, die wir alle feiern. Bands, von denen wir uns inspirieren lassen, sind aktuell ‘The 1975’, mehr eher die Brit-Sounds.

Dario: Was auch immer geht, ist ‘Coldplay’ oder ‘Bloc Party’.

Jonathan: Und der Songwriting-Prozess ist eine Mischung. Manchmal hab ich als Sänger eine Idee für einen Refrain zum Beispiel, wie ich den singe mit ein paar Akkorden dazu und dann präsentier ich das und die Anderen bauen was drumrum. Sebastian ist da immer sehr schnell, er erfindet mit seiner Gitarre rasche krasse Riffs und so kommt dann eins zum andern. Häufig ist ein Text schon da, zumindest ein Refrain. Es muss nur eine kleine Passage sein um die wir dann drum herum bauen.

Sebastian: Meist ist es so, dass Jonathan mit einer Idee ankommt und wir spielen dann nach und nach unseren Kram dazu. So baut es sich auf.

Dario: Manchmal hat auch jemand eine Idee, die dann in einen anderen Song einfließt, die Idee kann auch zwei, vier oder acht Monate alt sein.

Sebastian: Manchmal jammt auch jemand und der Rest der Band springt dann darauf an, fängt an zu spielen. Auch so sind schon Songs entstanden.

Dario: Dann fehlt nur noch der Text. (alle lachen)

Jonathan: Oh ja, meist fehlt der Text für die Strophen.

Dario: Bei fast jeder Probe spielen wir einmal drauf los und gucken, was bei raus kommt. Da könnte man eigentlich jedes Mal etwas aufnehmen, aber das wäre zu krass.

Ruben: So viel Speicher hat mein Handy auch gar nicht. (alle lachen)

Ein Album ist ja in der Produktion. Allerdings gab es nun ein paar Verzögerungen. Was könnt ihr uns darüber erzählen und wann können wir mit eurem Debüt rechnen??

Dario: Frühjahr 18!!

Jonathan: Das ist wahrscheinlich am realistischsten. Wir hoffen, dass wir bis zum Ende des Jahres mit den Aufnahmen fertig werden. Aber dann gehört ja noch das ganze Drumherum dazu.

Ihr wirkt auf uns aber schon als eine sehr homogene Gruppe. Seit wann kennt ihr euch schon und wann ist die Idee entstanden, die Mighty Day Times zu gründen??

Dario: Im Grunde ja. Ein festes Bandmitglied ist heute leider nicht da.

Sebastian: Clemens!!

Dario: Niklas, der sich gerade versteckt, ist aber im Grunde genommen auch Teil des Gruppe. Ende 2012 begann das mit uns, Ruben kam erst später dazu. Am Anfang hießen wir noch ein bisschen anders. (alle schmunzeln sich zu) Ich würde sagen, Anfang 2013 fing es mit uns dann so richtig an.

Der Name vorher war lustig oder warum grinst ihr euch so an??

Dario: ‘Later Too Late’.

Sebastian: Er war anders. (alle lachen)

Jonathan: Den hätte man nehmen können, aber da waren wir dann irgendwann von ab. Ich weiß aber gar nicht, wie wir auf unseren heutigen Namen gekommen sind.

Dario: Den hast du vorgeschlagen.

Jonathan: Ja, ich glaube, ich fand das ganz cool. Und dann haben wir aber gesagt, dass es besser aussieht in drei Worten und deshalb haben wir Daytimes einfach auseinander gezogen. Wir haben gemerkt, dass wir eine gute Zeit haben, wenn wir zusammen kommen und proben mit viel Energie und viel Kreativität und damit kann man unseren Namen verbinden.

Und kennt ihr euch auch erst seit 2012??

Dario: (schaut Sebastian an) Warst du eigentlich in unserem Kindergarten??

Sebastian: Nee, ich war dann aber mit Jonathan in derselben Grundschule.

Dario: Achso, dann wart ihr in der Klasse über mir und Jonathan und ich waren schon zusammen im Kindergarten.

Ruben: Joa, und ich bin der Frischling in der Gruppe.

Jonathan: Obwohl, lustig ist ja, Ruben ist seit einem Jahr dabei, kommt aber ebenfalls aus Buxtehude.

Ruben: Richtig. Und ich bin dazu gekommen, weil Chris, der vorherige Drummer, beruflich umgezogen ist und das dann zeitlich nicht mehr hinbekommen hat.

Jonathan: Dann kam Ruben als große kreative Bereicherung.

War von Anfang an klar, dass ihr auf englisch singen wollt oder habt ihr es zuerst auf deutsch versucht??

Dario: Wir haben sogar einen oder zwei deutsche Songs.

Jonathan: Wenn wir längere Sets spielen, dann ist dazwischen tatsächlich auch mal ein Song auf deutsch. Das ist dann aber mehr so ein Fun-Song, ein bisschen groovy- ein bisschen Reggae-mäßig und es ist sogar ein bisschen Sprachgesang mit drin. Ich mag das ab und zu ganz gerne und ich finde es auch ganz reizvoll, auf deutsch zu singen. Und ich könnte mir auch vorstellen, das in Zukunft noch öfter auszuprobieren. Momentan ist aber englisch noch der Standard. Anfangs dachten wir, dass in Deutschland schon sehr viel deutschsprachige Musik auf dem Markt ist. Außerdem ist es cool, wenn wir das Album auf den Markt bringen, dass es auch international Leute erreichen kann. Durch das Internet ist es ja heutzutage möglich. Und wenn wir dann auf deutsch singen würden, wäre das einfach schwierig.

Ist denn jemand von euch englischer Muttersprachler oder sprecht ihr es einfach so gut, dass ihr euch da immer sicher fühlt??

Dario: Wir waren gut in der Schule. (alle lachen) Ich bin tatsächlich immer sehr erstaunt über das deutsche Schulsystem, also ich kann prima englisch. Beim Vokabular fehlt zwar manchmal was, aber ich hätte in einem englischsprachigen Land kein Problem und ihr auch nicht!?

Jonathan: Also, ich verstehe ungefähr 99 Prozent, nur wenn jemand mit ganz starkem Akzent spricht, zum Beispiel ein Australier, dann wird es schwierig. Aber ich würde mich beim Texten jetzt nicht als der absolute Pro sehen, vielleicht haue ich auch mal ein paar Patzer rein. Vom Gesang her ist das aber einfach die Prägung von der Musik die wir hören. Da wir viel englische Musik hören, geht das auf uns über.

Sebastian: Ja, die haben es einfach drauf.

Gerade bei den Briten denken wir auch, dass die etwas im Grundwasser haben, was so viel Talent auslöst.

(alle stimmen schwärmerisch zu)

Sebastian: Ich glaube, die wachsen da aber auch alle in einem ganz anderen musikalischen Umfeld auf, die Förderung ist eine andere.

Jonathan: Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber es noch viel von der Musikkultur übrig. Dass eine Band entsteht, die etwas Neues kreiert und die Leute gehen da drauf, feiern das und wollen dazu gehören. Dann wird das eine Bewegung, dann wird es größer und dann geht aus irgendeinem kleinem Stadtteil hervor oder aus einer Kleinstadt. So sind ja Einige groß geworden und ich weiß nicht ob das irgendwo in Deutschland auch gehen würde.

Ruben: Vielleicht im Deutsch-Rap.

Jonathan: Wir sind hier in Deutschland ein bisschen…frustriert ist das falsche Wort, aber vielleicht enttäuscht, wenn wir das bei uns in Buxtehude sehen oder auch in Hamburg, wo das genauso läuft: Es spielen so viele Cover-Bands, die Songs der letzten zehn Jahre spielen, die Leute stehen vor der Bühne und das ist dann die einzige, die höchste Musikkultur der Stadt. Wir denken dann immer, wie schade das ist, nur Lieder nach zu spielen und dass sich eigene Musik so schwer durchsetzen lässt.

Sebastian: Das ist dann vielleicht auch der Grund, bezogen auf die erste Frage, dass man sich mit seiner Stadt gar nicht so verbunden fühlt. Zumindest, was die Musik angeht.

Jonathan: Was wir immer wieder feststellen, egal ob wir in den Norden fahren oder weiter in den Süden: Vielen Leuten ist nicht so bewusst, dass Buxtehude existiert. Vielleicht wissen sie es mittlerweile, aber viele finden es noch immer lustig, ihre Sprüche zu bringen. Deshalb mögen wir es gern uns inzwischen mit Buxtehude zu verbinden.

Ihr seid ja schon fast sowas wie Botschafter!! Vielleicht könnt ihr demnächst auch Touristenflyer bei euren Konzerten auslegen?!

Sebastian: Kommt alle nach Buxtehude!!

Jonathan: Nee, das vielleicht dann doch nicht. (alle lachen)

Dario: Was man aber auf jeden noch sagen muss: Wir lieben es in Buxtehude zu spielen. Wir haben da auch krasse Unterstützung. Das ist bei uns das Ding: Da sind ganz viele Leute, die wir schon ewig kennen, aber auch Leute, die über die Jahre hinzu gekommen sind. Wenn wir auf dem Altstadtfest spielen, stehen bei uns so viele Menschen vor der Bühne, das ist wundervoll in Buxtehude. Wir merken es eher bei der alteingesessenen Bevölkerung der Stadt, sei es, dass sie seit Jahren unseren Namen falsch schreiben. Das ist wie ein kleiner Hinweis, dass die uns eben nicht so wertschätzen. Oder auch, dass nicht über uns berichtet wird, obwohl wir den Großteil des Publikums angezogen haben. Da wird dann über Lotto King Karl berichtet.

Jonathan: Wir haben parallel zu Lotto King Karl gespielt und haben es tatsächlich geschafft, dass bei uns der Platz proppevoll war.

Dario: In Buxtehude gibt es viele Künstler, früher waren es sogar noch mehr. (alle stimmen zu)

Jonathan: Die älteren Leute haben in Buxtehude einfach den Hut auf, was den kulturellen Bereich betrifft.

Sebastian: Schwierige Liebe.

Ihr habt ja nun schon Festivalerfahrung sammeln können. Gab es ein Highlight oder eine Lieblingsstory, was könnt ihr berichten??

(alle lachen)

Jonathan: Gerade vor ein paar Monaten hatten wir die extreme an einem Wochenende. Den einen Tag den besten Auftritt, den wir je hatten und einen Tag später den schlechtesten.

Ruben: Das eine war in Flensburg, wo wir ungefähr zwei Leute kennen und der Club war dann komplett voll. Die Zuschauer wollten drei, vier Zugaben und waren richtig gut drauf. Das hat Spaß gemacht, das war total cool, die Leute waren so gut drauf und hatten einfach Bock!!

Jonathan: Sowas haben wir noch nie erlebt. Ein Ort, in dem uns fast keiner kennt und dann stehen da plötzlich 150 bis 200 Menschen und machen voll Stimmung.

Sebastian: Allein der Schock, als wir aus dem Backstage raus kamen und uns der wunderten, warum der Schuppen plötzlich so voll ist.

Dario: Wir brauchten kaum rein kommen, die Leute hatten vom ersten Song an richtig Bock gehabt.

Und danach kam der tiefe Fall?? Es wäre doch so viel besser, wenn es andersrum gewesen wäre!!

Ruben: Ja, der tiefe Fall…

Jonathan: …der hat uns wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt.

Dario: Naja, was heißt tiefer Fall?! Wir haben in Lübeck gespielt und da waren „nur“ Familie und Freunde. Aber das war auch schön.

Jonathan: Ich hatte vor der Bühne wenigstens Platz zum Tanzen. (alle lachen)

Ruben: Aber ich finde das auch gar nicht so schlimm. Unsere Priorität liegt auf der Musik und nicht darauf, vor 1.000 Menschen zu spielen. Es geht eher darum, mit den Songs Menschen zu erreichen und nicht um den Fame.

Jonathan: Wir nutzen seit einiger Zeit den Hashtag #mightylove und der hat sich mittlerweile ganz gut etabliert. Der steht dafür, dass wir in unseren Songs hoffnungsvolle Botschaften haben. Es ist uns wichtig, dass etwas Positives raus kommt. Es gibt zwar Musik, bei der extrem viel Gefühl drin steckt, aber eben auch sehr viel Destruktives, aus negativen Emotionen heraus. Wenn man selbst auch in dieser Stimmung ist, dann feiert man das vielleicht auch und kann sich das gut anhören. Aber dann in anderen Situationen auch wieder gar nicht. Oder in wieder anderen Situationen kann dich diese Musik sogar richtig runter ziehen. Deshalb finde ich es cool, in meine Texte etwas Anderes einzubauen. Früher gab es das auch öfter und ich mag die breite Palette. Heutzutage gibt es leider sehr viel Musik, die inhaltlich total flach ist, da steckt gar nichts mehr dahinter. Und früher war eine Philosophie, eine Spiritualität, Politik, alles Mögliche in den Texten.

Sebastian: Musik hat halt eine Wirkung. Und früher wurde das noch mehr anerkannt.

Jonathan: Ich glaube aber, es wird langsam besser, auch im Mainstream. Gerade jetzt, wenn die Situation in einem Land beobachtet wird, politisch, dann kommt auch das Bedürfnis auf, sich darüber mehr Gedanken zu machen.

Jetzt, wo alles so anonym geworden ist, jeder nur noch digital unterwegs ist, ist es wichtig die Botschaft zu verbreiten: Geht positiv, optimistisch und mit Liebe durch den Alltag und guckt auch auf die Menschen, achtet aufeinander!! Gerade heute, wo alles so unsicher ist, ist das eine ganz tolle Sache zu sagen: Verbreitet Liebe und nicht immer Hass. Auch Mobbing ist ja ein ganz großes Thema, was in den letzten Jahren aufgekommen ist und da hat man als Musiker auch eine Art Vorbildfunktion und wenn ihr das so vorlebt -auch mit dem Hashtag- dann ist das Zeichen, das ihr setzt, nicht zu unterschätzen.

Jonathan: Genau, das gehört auch fest zu uns. Ich denke, das wird auch in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Es ist wichtig als Band so etwas zu vermitteln, da erinnert man sich dann mehr dran.

Dario: Wobei unsere Textet eindeutig nicht politisch sind.

Jonathan: Sie vertreten keine politische Richtung, sondern sind eher philosophisch/spirituell.

Kurzfragen:

Bester Festival-Song??

Ruben: Woah, das ist aber eine toughe Frage!!

Jonathan: Ich glaube, das liegt ein bisschen daran, dass wir kaum Erfahrung als Festivalgäste haben. Wir sind eher Konzertbesucher.

Ruben: Ja, ich bin eher der Club-Gänger.

Jonathan: Wir sind alle nicht die Typen, die zu einem Festival gehen und sich dann voll ballern. Wenn man nicht dafür hingeht, dann geht man wegen der Musik und da hat es bislang noch nicht so ein krasses Festival gegeben, bei dem die Mischung so stimmt, dass man als Student so viel Geld dafür ausgeben würde. Mit 13 war ich aber mal auf einem Festival in Holland, da habe ich eine Band kennen gelernt, aus England: ‘The Gentlemen’ und die haben mich damals sehr inspiriert, das war schon echt krass.

Dario: Und uns dann später.

Sebastian: Ja.

Gut, dann nehmen wir die Antwort, ist ja doch noch was bei rum gekommen.

(alle lachen)

Sebastian: Sauber!!

Ritual vor dem Auftritt??

(alle lachen wieder)

Sebastian: Essen!!

Dario: Ja, ich esse auch immer gern. (alle lachen)

Jonathan: Das ist noch untertrieben!!

Sebastian: Ich gehe wirklich immer gerne vorher auf’s Klo!!

Jonathan: Ich gebe zu, das ist mir auch sehr wichtig!!

Sebastian: Man fühlt sich wirklich besser danach!!

Jonathan: Ich spalte mich dann kurz vorher auch nochmal ab und mach ein paar Lockerungsübungen.

Ruben: Ich trenn mich auch gern noch kurz von der Gruppe und laufe ein bisschen rum, manchmal bleib ich stehen und schnacke, manchmal schlendere ich auch nur.

Ihr wirkt total ruhig und entspannt. Seid ihr überhaupt nicht aufgeregt??

Sebastian: Es kommt total auf den Ort an, an dem wir spielen.

Jonathan: Zu Hause, beim Altstadtfest ist es immer am schlimmsten mit der Aufregung. Aber auch beim Deichbrand war ich kurz vorher ganz nervös.

Ruben: Wenn Zeit ist, dann gehen wir essen, wenn keine Zeit ist, dann essen wir nicht.

Dario: Ich bin froh, wenn es einen Backstagebereich gibt, in den wir uns zurückziehen können. Ich mag dann die Ruhe.

Erste Lieblingsband/Lieblingskünstler??

Jonathan: Ich kann auf jeden Fall sagen: ‘The Rasmus’.

Sebastian: Bei mir waren es ‘Bullet For My Valentine’.

Aber die waren doch ziemlich spät!!

Sebastian: Ja, aber vorher hatte ich noch keine Lieblingsband. Das war die erste Band, von der ich wirklich auch ein Poster an der Wand hängen hatte.

Jonathan: Dario und ich haben früher beim Zocken im Keller ‘The Rasmus und Bro’Sis gehört. Und später waren es Klassiker wie ‘Green Day’ oder ‘Donots’.

Ruben: Ich weiß es gar nicht so genau. Ich war früher mit meiner Familie viel in Rumänien im Urlaub und hab da Musik gehört. Die stand dann jahrelang nur rum und jetzt höre ich die wieder ganz gern. ‘Stevie Wonder’, ‘Donald Fagan’, ‘Quincy Jones’. Aber so richtig bewusst und peinlich war es dann eher in der Pubertät, zum Beispiel mit ‘Nickelback’ und ‘Avril Lavigne’.

Beste Musik für lange Autofahrten??

Ruben: Wir hören immer nur Clemens’ ganze Raver-Mucke!! (alle lachen)

Sebastian: Die kann man aber immer auch gut hören. Clemens hat, was das angeht, einen sehr guten Musikgeschmack. Elektro, Tech House…

Jonathan: …das hält auch ganz gut wach.

Sebastian: Metalcore geht den meisten Jungs schnell auf die Nerven.

Jonathan: Ja, vielleicht mal ein paar Lieber, aber dann ist wirklich Schluss. Es ist immer so: Elektro bildet den Teppich, zwischendurch hört man mal ein Album durch und dann kommt wieder der Teppich. Ein Coldplay-Album kann man zwischendurch ganz gut hören. Was ich neulich beim Autofahren mit Dario gehört und sehr gefeiert habe, war das erste Album von ‘Michael Patrick Kelly’. Es ist vielleicht speziell und man muss es mögen, aber der ist als Songwriter schon sehr krass. Der ist übrigens auch einer, der in seine Texte ganz viel Bedeutung rein legt und zum Nachdenken anregt.

Neuentdeckung des Jahres??

Jonathan: Dario’s Trap Shit. Und auch der von Clemens. Und ein bisschen Sebastian vielleicht.

Sebastian: Ich habe denen die meisten Sachen gezeigt.

Ruben: Ach, der Scheiß kommt von dir?!

Sebastian: Kein Problem, immer wieder gerne!!

Jonathan: (singt) ‘Baby, wenn du willst, werd’ ich Opernsänger’.

Sebastian: Komm, aber der Song ist wirklich krass!!

Jonathan: Das, was krass daran ist: Die schaffen es, Gammel-Kacktexte, die einfach keinen Sinn machen, mit einer Melodie zu kombinieren, die so ins Ohr geht, dass es nicht mehr aus deinem Kopf geht. Es wird ein anderes Flair geschaffen, eine ganz neue Art der Ästhetik. Wobei ich nicht finde, dass es den Namen Ästhetik verdient. Ästhetik ist für mich: Etwas ist ästhetisch oder es ist eben nicht ästhetisch und man müsste für das jetzt einen anderen Namen erfinden.

Sebastian: Das Ding bei denen (es geht übrigens um ‘Yung Hurn’) ist, es geht nicht darum, was man rüber bringt, sondern darum, wie du es rüber bringst.

Jonathan. Ja, es geht darum etwas ganz Eigenes zu erschaffen. Aber die Hauptentdeckung?“

Sebastian: Nee, das wäre übertrieben.

Jonathan: ‘The 1975’ waren bei uns als Band sicherlich der größte Hype.

Sebastian: Bei mir persönlich ist es ‘Sorrow’, ein sehr experimenteller Künstler aus England, der macht so Future Garage. Das ist sehr speziell, aber vom Songwriting her ist das sehr interessant und ich finde auch sehr inspirierend.