Maximo Park (Bremen)

Maximo Park - Aladin -Bremen

Maximo Park verbinde ich mit meiner Oberstufenzeit: Ihr Debutalbum ‘A Certain Trigger’ lief in meinem kleinen Auto hoch und runter, während ich nervös meine ersten eigenen Fahrten zur Schule bewältigte. Dann kam ich zur Uni und ihr zweites Werk ‘Our Earthly Pleasures’ half mir beim Aufstehen zu sehr studentenunfreundlichen Uhrzeiten. Insgesamt sollte es an diesem Mittwoch in Bremen mein sechstes Konzert des Quintetts werden-wobei ich das erste Mal anstelle von Archis Tiku Paul Rafferty am Bass beobachten konnte – und er sang sogar, aber fangen wir von vorne an.

In so kleinem Rahmen wie dem Aladin habe ich Maximo Park noch nie gesehen und da sich der Club nur sehr langsam füllte, war es sehr leicht in die erste Reihe zu kommen. Der Blick auf die Bühne war damit frei, leider ging die Position auf Kosten der Ohren, die vom Boxenturm vor uns ziemlich strapaziert wurden.

2008 lernte ich die Blood Red Shoes kennen und schätzen, weil Maximo Park sie als Support-Band mit nach Deutschland brachten. Deshalb waren meine Erwartungen an diesem Abend sehr hoch, als His Clancyness die Bühne betraten. Drei Männer, ein Frau. Die dargebotenen Songs waren mal mehr, mal weniger stark, leider verlor sich die Band manchmal in zu lange Gitarrensoli. Aber die Lieder, die als neu angekündigt wurden, zeigten eindeutige Fortschritte und Abwechslungsreichtum und auch wenn es für mich nicht so überzeugend war, dass es zum Kauf einer CD gereicht hat, so werde ich die Dame und die Herren weiter im Auge behalten.

Während der Umbaupause fiel mir die aufwändig verzierte Decke des Aladin auf, die einen kauzigen Stilmix zur verstaubten XXL-Stand-Discokugel und den Plastikpalmen im Club darstellt. Auch war ich noch nie bei einem Konzert, bei der sich auf der Bühne eine Tür öffnet, durch die die Bands dann durch spazieren. Zumal diese Tür auch schnell wieder zufliegt und Paul Smith, der ja meist verzögert zu seinen bereits spielenden Kollegen dazu stößt, erneut die Klinke benutzen musste und dadurch einen etwas skurrilen Auftritt hatte, der mich an einen schwarz-weiß Stummfilm erinnerte.

Die Show begann mit einem Song vom neuen Album und ich sollte an dieser Stelle wohl erwähnen, dass ich mit den letzten drei Alben von Maximo Park leider nicht so recht warm geworden bin. Ich kann mir die Songs anhören, besonders live ist es eh immer unterhaltsam, Paul bei seinen Tanzeinlagen zu beobachten, aber ich bin hauptsächlich für die eingangs erwähnten Alben zum Konzert gegangen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich nach ‘The Night I Lost My Head’ und ‘Our Verlocity’ bereits ordentlich verschwitzt war. Insgesamt waren die Zuschauer in zwei Lager unterteilt, zumindest in den vorderen Reihen, die ich sehen konnte: Gruppe A) jung, weiblich, textsicher bei den neueren Songs und Gruppe B) älter (also älter als Gruppe A), Männlein und Weiblein gemischt, textsicher bei den alten Songs.

Auch Paul Smith warf bei einer Verschnaufpause einen Blick in den Club, den er als „interessant“ in seiner Inneneinrichtung befand und er bedankte sich immer wieder auf’s Herzlichste, gab sogar Einblicke in seine mittlerweile wirklich guten Deutschkenntnisse und die Freude, die alle Musiker an ihrer Arbeit ausstrahlten, steckte auch mich an und so tanzte und schunkelte ich mich von Song zu Song, bis die Band die kuriose Tür erneut öffnete und verschwand – und mich verdutzt zurück ließ. Wie schon bei den fünf Malen zuvor, verging auch jetzt die Zeit wie im Flug. Glücklicherweise kamen Maximo Park noch einmal zurück und bei ‘Girls Who Play Guitars’ war ich noch einmal die Studentin im vierten Semester, die ausgelassen die Arme durch die Luft wirbelte und den Alltag einen Moment lang komplett ausblenden konnte. Maximo Park, bitte begleitet mich weiter auf meiner Reise.

Setlist:

Leave This Island
The Night I Lost My Head
Our Velocity
My Bloody Mind
Brain Cells
Hips And Lips
The National Health
The Kids Are Sick Again
Random Regrets
Limassol
Drinking Martinis
Write This Down
Give, Get, Take
Reluctant Love
Her Name Was Audre
Books From Boxes
By The Monument
Apply Some Pressure
Midnight On The Hill
Where We’re Going
Girls Who Play Guitars