Grant McNeil & Ben Jackson (To Kill A King)

Ich würde zu Beginn gern euer aktuelles Album ‘The Spiritual Dark Age’ zusammenfassen und hoffe, dass ich es richtig interpretiert habe. Ihr beschreibt, wie unsere Generation lebt, liebt, an was sie glaubt oder noch glauben kann. Dabei vergleicht ihr uns mit früheren Generationen und wie unterschiedlich wir eigentlich leben. Das wiederum bringt Konflikte mit sich, denn einerseits wollen wir unseren eigenen Weg gehen, andererseits wollen wir unsere Eltern oder Großeltern nicht enttäuschen und auch gewisse Erwartungen erfüllen. Auf jeden Fall gibt es so viele Aspekte auf dem Album, über die wir ewig sprechen könnten. Wie kamt ihr auf die Idee dazu und war es eurer Plan, so eine Art Konzeptalbum zu schreiben??

Grant: Ich denke nicht, dass Ralph das Album als Konzeptalbum geplant hat. Wir haben insgesamt zwei Jahre lang an dem Album geschrieben und textlich hat Ralph einfach Dinge auf’s Papier gebracht, die ihm zu der Zeit etwas bedeutet haben. Ich denke aber auch über all die angesprochenen Aspekte viel nach. Generell finde ich es immer total spannend zu hören, wie andere Menschen das Album interpretieren.

Es ist das erste Album in dieser Bandkonstellation und persönlich finde ich, dass James eurem Sound eine ganz neue Farbe verleiht, durch seinen hohen Hintergrundgesang beispielsweise. Welche Dinge waren dieses Mal neu beim Aufnahmeprozess und welche Abläufe ändern sich einfach nie??

Ben: Auf jeden Fall sticht James’ hoher Hintergrundgesang total hervor. Wann immer wir nun Passagen füllen wollen, die für uns zu schwer sind, dann kann er sie einsingen und das ist toll. Und wenn es um Ähnlichkeiten geht, dann würde ich sagen, dass wir dieses Album eher so aufgenommen haben, wie unser Debüt damals. Das zweite Album wurde halb auf der Straße, während diverser Touren aufgenommen. Und dieses Mal hatten wir eine gewisse Routine, wir konnten jede Woche proben, kamen immer zusammen und schrieben zusammen. So lief das damals beim ersten Album auch ab und das ist eine schöne Art zu arbeiten.

Grant: Die Art, wie wir das zweite Album seinerzeit aufgenommen haben, war ziemlich anstrengend.

Ben: Ja, es hat uns mehr gestresst.

Grant: Wir haben da eh durch das viele Touren schon immer aufeinander gehockt und dann hat sich jeder für sich in seine Wohnung verzogen, um ein bisschen Abstand zu bekommen. Dort hat dann jeder eine Idee aufgeschrieben und dann haben wir uns die neuen Parts zugeschickt und das fand ich relativ schwierig. Manchmal saß ich nur da und wartete wieder auf eine neue E-Mail. (lacht)

Ben: Stimmt. Wir sind eher die Typen, die sich richtig Zeit nehmen. An diesem Album haben wir insgesamt bestimmt vier oder fünf Jahre gearbeitet. Wir haben manche Ideen zurück gestellt, andere wieder weiter bearbeitet und das fühlte sich für uns richtig an.

Grant: So war es ein sehr natürlicher Prozess. Sowohl vom Schreiben, als auch vom Aufnehmen her konnten wir entspannt sagen: Es ist fertig, wenn es fertig ist.

Andererseits wurde das Album finanziell unterstützt von Freunden und Fans über Patreon. Hat euch das nicht auch einen gewissen Druck gemacht, wolltet ihr es dieses Mal deshalb nicht eher besonders schnell oder besonders gut machen??

Ben: Das haben wir so nicht empfunden.

Grant: Der Druck beeinflusst nicht, wie wir unser Album machen. Wir mussten schon immer Geld von irgendwoher bekommen. Anders sieht es natürlich bei Menschen aus, die genug Geld haben, um so ein Projekt selbst zu finanzieren, die haben dann gar keinen Druck. Der Unterschied dieses Mal war einfach, dass uns nicht die Plattenfirma finanziert hat, sondern, wie du sagtest, Freunde und Fans und die sind wesentlich verständnisvoller. Die haben uns einfach arbeiten lassen und keine Deadlines auferlegt. Es gab auch keine Vorgaben, wann über das Jahr verteilt Songs veröffentlicht werden müssen oder solche Dinge.

Lasst uns über die Songs sprechen, in denen ihr Streicher eingesetzt habt. Mich haut es nämlich jedes Mal um, wenn ich ‘Oh Joy’ oder ‘Cherry Blossom Falls’ höre und plötzlich die Geigen einsetzen. Neulich musste ich in der Straßenbahn deswegen sogar die Tränen unterdrücken.

Grant: Oh ja, die Geigen bei ‘Cherry Blossom Falls’ kriegen mich auch jedes Mal. (lacht)

Wie entscheidet ihr, welcher Song Streicher bekommt und welcher nicht??

Grant: Manche Songs haben sich praktisch dafür angeboten.

Ben: Ralph hat teilweise schon beim Schreiben die Idee gehabt, in welchen Songs Streicher toll wären. Und sonst haben wir oft schon Synthesizer in den ersten Aufnahmen gehabt, die ähnlich wie Geigen klangen und haben diese dann durch echte ersetzt. Wir haben mit einer Frau zusammen gearbeitet, die alle Streicher-Parts eingespielt hat. Es klingt nach mehreren Menschen, aber sie hat alles allein gespielt und wir haben die Schichten dann aufeinander gelegt. Sie fragte uns bei manchen Passagen: „Würde es euch was ausmachen, wenn ich hier das und das spiele?!“ Das war unglaublich und wenn wir gerne eine Harmonie höher haben wollten, wusste sie sofort, was wir meinen und hat das für uns eingespielt. Wir hatten also vorab schon unsere Ideen, in welchen Songs wir sie gern hätten und haben das dann im Studio getestet und beim Hören haben wir gemerkt, dass es gut funktioniert.
Es gibt auch einen Streicher-Mix aus den Demo-Aufnamen, den Ralph damals zu Hause aufgenommen hat. Er mag das Herumexperimentieren mit Sounds eigentlich nicht so sehr, aber er hat einfach eine Reihe von Geigen-Effekten aufgenommen und letzten Endes hört man die auch noch auf dem Album.

Grant: Wirklich, das wusste ich gar nicht?!

Ben. Ja, zum Beispiel bei dem einen Intro, da hörst du einen Fake-Geigen-Sound, der total schön ist und den ich behalten wollte und dann habe einfach richtig eingespielte Passagen darüber gelegt, um ihn noch mehr strahlen zu lassen.

Grant: Cool, danke dafür.

(alle lachen)

Ich habe hier ein paar Zeilen aus ‘No More Love Songs’. Vielleicht könnt ihr mir dazu auch etwas verraten: 

But all your past kisses they sting like near misses.
I’m tempted to drop my guard just so you can plant one on.
But I’m stubborn as a thirsty mule being led to a clear pool.
Everyone’s moving on and I’m still stuck on you

Das ist so schön und zeitgleich so traurig. Und obwohl ich niemals die Freundin von Ralph war und deshalb nicht gemeint sein kann, fühle ich mich schuldig und traurig und leide mit ihm.

(alle lachen)

Wenn ich in Großbritannien bin, fällt mir immer wieder diese Reserviertheit auf, die ihr scheinbar in eurer DNA tragt. Ihr gebt für gewöhnlich nicht die Hand zur Begrüßung, wie wir Deutschen oder selbst in der Rush Hour in der vollen Londoner U-Bahn versucht ihr euch nicht zu berühren und wenn doch, dann entschuldigt ihr euch und bedauert diesen Vorfall zutiefst. Wenn es aber um Musik geht, dann werft ihr euer Herz auf den Tisch, lasst in eure Gefühlswelt gucken, macht euch dadurch angreifbar. Wie kommt es, dass ihr dann so auftauen könnt??

Ben: In Songs geht das leichter, als im wahren Leben.

Grant: Ja, du beschreibst das klassich steife Verhalten der Briten.

Ben: Aber die Passage, die du vorgelesen hast, mag ich auch sehr.

Grant: Ja, ich auch. Ich denke, es ist wie in jeder Form der Kunst: Hier hast du die Möglichkeit, dich frei auszudrücken, ohne etwas wirklich aussprechen zu müssen, weißt du, was ich meine?! (lacht)

Ja, na klar. Aber wie reagiert ihr denn darauf, wenn Ralph euch zum ersten Mal so einen Text vorstellt?? Redet ihr darüber oder schweigt ihr das Thema tot??

Ben: Naja, er singt meist nicht über sich persönlich, sondern er erfindet einen Charakter. Wenn er mit einem sehr sensiblen, offenbarenden Song ankommt, dann kann er sich dahinter verstecken und sagen: „Es geht nicht um mich!!“ Diese Option hat er immer, aber speziell bei diesem Album glaube ich, dass er ehrlicher war und ich finde das toll. Ich meine, wir kennen uns wirklich gut mittlerweile und wenn es Gefühle gibt, die er damit ausdrücken möchte, dann kennen wir die wahrscheinlich. Aber ja, viele der Texte kannte ich schon aus den ersten Demoaufnahmen und habe sie dann nochmal nachgelesen und dieser Text ist wirklich besonders gut.

Grant: Ja, er kann echt gut mit Worten umgehen.

Ein echter Poet eben.

Ben & Grant: Ja.

Jetzt habe ich ein Zitat, bei dem ich beim ersten Hören echt schmunzeln musste:

We’re all the heroes in our own film,
or maybe the villain in someone else’s.
The Ned Flanders to someone’s Homer,
the Cobain to someone’s Courtney.

Das ist aus ‘Compassion Is A German Word’ und natürlich muss ich euch darauf ansprechen, wenn wir uns hier in Deutschland unterhalten. Wieso ist Mitgefühl für euch ein deutsches Wort und kein französisches oder polnisches??

Grant: Zu der Zeit, als wir an diesem Song gearbeitet haben, zeigte Deutschland ein wahnsinnig großes Mitgefühl für Flüchtlinge. Und wir fühlten uns schuldig, weil wir Engländer sind und unsere Regierung niemanden rein gelassen hat. (lacht) So kam es zu dieser deutschen Verlinkung.

Wir müssen unbedingt noch über ‘I Used To Work Here, Perhaps You Did Too??’ reden. Das ist einer meiner Lieblingsstücke auf dem neuen Album. Es klingt wie nichts, was ihr bislang gemacht habt, aber es steht euch wahnsinnig gut und ich bin so froh, dass ihr mutig genug wart, diesen Song auf’s Album zu nehmen!!

Ben: Mit dieser Meinung bist du in der Minderheit, denke ich.

Wirklich?!

Ben: Ja. Wir haben den Song jetzt ein paar Mal live gespielt und die Zuschauer…

Grant: …sind ein bisschen überfordert.

Ben: Genau. Der zählt nicht zu ihren Favoriten. Aber wir mögen ihn auch sehr.

Das kann ich gar nicht fassen, ich liebe den Song. Erzählt mir doch bitte, wie ihr auf die Idee dazu und auch zu diesem unglaublich verrückten Text gekommen seid.

Grant: Ralph kam eines Tages mit diesem Hauptriff zu uns und wir haben es eine Weile hier und da versucht einzubauen und plötzlich wurde daraus ein eigener Song. Und es hat einfach so viel Spaß gemacht, ihn einzuspielen.

Ben: Interessant waren auch die Aufnahmen vom Gesangsteil, denn er ist halb gesungen und halb gesprochen.

Grant: Ja, so ein bisschen „War On Drugs“-Style. Und die Idee zum Text kommt aus der Zeit, als Ralph noch in einer Bar gearbeitet hat. (lacht) Das zu erzählen, ist echt verrückt: Er hat die Gäste, die regelmäßig in dieser Bar saßen ersetzt durch Gottheiten und fiktive Charaktere aus der Mytholgie zum Beispiel. Leute wie, wie hieß noch der eine??

Ben: Odin.

Grant: Odin!! Der kommt da einmal vor beispielsweise. Der und noch viele andere hat er in diese schäbige Bar in Leeds gesetzt und die Situation da mit ein bisschen Magie unterlegt.

Wow, coole Geschichte. Wo ich dich jetzt aber mal im Interview habe, Ben: Wie lange brauchst du eigentlich nach den Aufnahmen, ehe du einen Song fertig produziert hast?? Denn ich habe mal gelesen, dass die Zeitspanne sehr unterschiedlich ausfällt.

Ben: Ja, das stimmt. Das kommt wirklich total auf den Song an. Es gibt Lieder, da musst du nur die Mikrofone aufstellen, auf Aufnahme drücken und dann klingt es schon gut. Und dann gibt es Songs, die ich nochmal und nochmal überarbeiten muss. Was mich wirklich überrascht ist, dass die Leute ‘Oh Joy’ sehr mögen. Jetzt klingt das auch echt schön, aber im Studio hatte ich es schwer. Es gab so viele Elemente und kleine Teile, die ich hinzugefügt habe und das war so viel Arbeit. Mittlerweile kann ich den Song auch anhören und genießen. Aber es gibt einfach diese Sorte Lieder, an denen du so lange sitzt und nicht überzeugt bist, bis du an einem Punkt ankommst, an dem ich jetzt gerade bin.

Ich bin dir sehr dankbar dafür, dass du diese kleinen „Wooh’s“ drin gelassen hast. Einfach kleine freudige Ausrufe, die zeigen, was für Spaß ihr hattet bei den Aufnahmen. Externe Produzenten hätten das wahrscheinlich raus geschnitten. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber sie hat einen großen Effekt auf die Wirkung der Lieder.

Grant: Stimmt, davon haben wir speziell auf diesem Album echt ein paar drin gelassen.

Und was auch toll produziert wurde, ist das Ende von ‘And Yet…’ Es ist der letzte Song auf dem Album und eigentlich bildet er ein recht trauriges Ende. Ralph beschreibt dort, wie es sich einerseits richtig und gut anfühlen kann, frei und ungebunden zu sein. Dass man aber auf der anderen Seite auch immer Angst hat, allein zu sterben. Und dann endet der Song vermeintlich, doch dann setzt ein positiveres Outro ein und man wird doch mit einem Lächeln entlassen. Das hast du echt toll gemacht.

Ben: Danke. Das war tatsächlich komisch, denn es macht eigentlich nicht so viel Sinn an dieser Stelle. Wir haben im Studio am Computer gesessen, daran kann ich mich ziemlich genau erinnern. Und einer von uns machte den Vorschlag, eine Drum-Machine zu starten und darauf eine sich wiederholende Bassline zu setzen. Und daraus könne man doch ein Outro basteln.

Grant: Es hat uns auch nur drei Anläufe gebraucht und dann stand das Outro. Es ist ein so einfaches Arrangement, aber wir fanden eben auch, dass es so cool klingt. (lacht)

Tut es auch. Mich erinnert es an ‘I Want To Break Free’ von Queen.

Ben: Wirklich??

Grant: Jaaa, total!! Besonders der Basspart, das ist wirklich Queen!!

Wo wir gerade bei dem Vergleich zu anderen Künstlern sind. Bei ‘I Used To Work Here, Perhaps You Did Too??’ klingt ihr sehr stark nach Kasabian. Bei ‘Oh Joy’ höre ich ganz viel Radiohead raus.

Grant: Stimmt, der Gitarrenteil ist meine Ode an Jonny Greenwood von Radiohead.

Möchtet ihr denn bewusst so klingen oder entwickelt sich das einfach??

Grant: Na, das sind schon ganz klar Einflüsse. Wir haben alle recht unterschiedliche Künstler, die wir uns privat anhören. Und es gibt welche, die wir so bewundern, dass wir von denen auch gern was adaptieren.

Ben: Ja. Ich denke tatsächlich noch immer über ‘I Want To Break Free’ von Queen nach. Aber ja, ich denke auch, alles was wir machen…

Grant: …kommt von irgendwoher.

Ben. Ja. Du nimmst einfach alles was du hörst, gibst es in einen Mixer und drückst auf Start.

Wobei ich das bei eurem zweiten Album nicht so hatte mit den Vergleichen. Da klang es rein nach To Kill A King. Jetzt gibt es diesen angesprochenen Mix.

Grant: Das war wirklich das befriedigende Element bei diesem Album: Wir haben es einfach gemacht. (lacht) Weißt du, wir sind an die Sache nicht mit einem Plan gegangen. Als wir das zweite Album damals aufnahmen, da wussten wir ziemlich genau, wie wir das Album klingen lassen wollten. Wir wussten da zum Beispiel auch die Reihenfolge der Songs, ehe die Aufnahmen überhaupt abgeschlossen waren. Und dieses Mal haben wir einfach versucht, die besten Songs zu schreiben, die wir hinkriegen – ganz individuell. Und dann wollten wir schauen, was dabei raus kommt und das hat definitiv mehr Spaß gemacht.

Ben: Ja, ich denke es ist auch Geschmackssache. Es gibt Menschen, die diese Varietäten zu schätzen wissen. Ich persönlich mag Künstler auch sehr, wenn sie das so machen. Außerdem haben wir wirklich Glück mit Ralph’s Stimme, denn sie ist unverwechselbar. Genau wie seine Texte, die du auch schon angesprochen hast – diese Dinge halten die Musik zusammen, sodass wir bei der Produktion auch einfach mal experimentieren können.

Wenn du über Geschmackssache sprichst, wie waren denn die bisherigen Reaktionen auf das Album??

Grant: Die Fans haben das Album echt toll aufgenommen. Die Reviews von der Presse waren eher gemischt, aber das sind sie bei uns immer.

Ben: Wir sind auf jeden Fall stolz darauf. Und unsere Fans scheinen es zu lieben, was echt schön ist.

Ihr könnt auch stolz sein. Diese Leichtigkeit und Freude überträgt sich auch auf den Hörer. Genauso hatte ich auch den Eindruck, dass euch die letzte Platte schwer gefallen ist. Und es freut mich zu sehen, dass ihr nun einen Weg gefunden habt, mit dem ihr gut arbeiten könnt. Geht ihr mit den neuen Songs auch noch auf Festivals oder was sind eure Pläne für die nächste Zeit??

Ben: Wir haben tatsächlich noch ein paar kleine Touren vor uns, bevor wir dann im Sommer Festivals spielen. Wahrscheinlich kommen wir dann nächstes Jahr wieder zurück und touren hier dann noch einmal. Und danach…weiß ich noch nicht.

Eure Patreon-Seite ist noch immer online, es kann also nach wie vor monatlich Geld in eure Bandkasse gezahlt werden. Verstehe ich es also richtig, dass ihr auch künftig auf diese Weise eure Alben aufnehmen wollt??

Grant: Absolut, das wäre das beste. Es bedeutet Freiheit für uns. Und es freut uns natürlich sehr, dass nach wie vor Menschen auf diese Weise ihre Unterstützung anbieten.

Bevor ihr das gemacht habt, stand eure Existenz meines Wissens nach ziemlich auf der Kippe?!

Ben: Das stimmt. Ich denke, es ist echt schön, dass wir auf diese Weise weitermachen können. Unsere wirklich sehr liebe Fangemeinde hilft uns da sehr. Wenn das nicht gekommen wäre, hätten wir echt in Schwierigkeiten kommen können.

Grant: Ja, wir hätten zum Beispiel unser Studio verloren. Wir haben so lange an diesem Album gesessen, dass uns irgendwann einfach die Kohle ausging. (lacht) Aus der Zeit, in der wir was veröffentlicht hatten oder von den Tour-Einnahmen war nichts mehr übrig. Jeder, der unser Album haben wollte, hatte es gekauft. Man hätte höchstens über PR-Arbeit noch einmal die Werbetrommel rühren können. Patreon hat uns aus dieser Situation wirklich raus geholt.

Ben: Es fühlt sich so an, als könnten wir jetzt wirklich unabhängig arbeiten.

Grant: Und ich denke es ist cool, dass du für beispielsweise zehn Pfund im Monat ganz viel Musik von uns im Gegenzug geschenkt bekommst. Es ist für die Leute eine gute Möglichkeit, ihre Unterstützung den Musikern zukommen zu lassen, die sie wirklich mögen.

Dann wünsche ich euch, dass ihr künftig weiter so arbeiten könnt und alle nur denkbare Unterstützung bekommt. Die habt ihr euch nämlich wirklich verdient.