Fuck Art, Let’s Dance!

Herzlichen Glückwunsch zu Album Nummer Zwei!! Was ist dran an dem Gerücht, dass das zweite Album das schwerste ist?? 

Nach unserer Erfahrung nicht viel. Wir hatten es eher schwerer mit unserem ersten Album ‘Atlas’, das wir damals in Berlin aufgenommen haben. Mit unserem zweiten Album ‘FORWARD! FUTURE!’ wollten wir einige Probleme umgehen und haben dies auch geschafft. Zudem hatten wir eine geniale Zeit im Clouds Hill Studio in Hamburg mit Johann Scheerer, wo wir uns auch komplett einnisten konnten und nicht mal das Gebäude verlassen mussten. Wir haben die Energie regelrecht aufgesogen und haben das auf die aktuelle Platte transportiert.

Textlich seid ihr auf ‘Forward! Future!’ eher düster eingestellt. Würdet ihr sagen, dass die Grundstimmung unserer Generation ähnlich ängstlich und verunsichert ist bzw. was hat euch veranlasst, diese Art von Texten zu schreiben??

Wenn man sich die Texte auf ‘Atlas’ anhört, dann unterscheiden diese sich nicht vehement von denen auf ‘FORWARD! FUTURE!’. Wir haben immer einen Hang dazu gehabt, eher die düsteren Dinge im Leben auch mit unserer Musik zu verarbeiten. Jeder einzelne von uns bringt etwas in den Gesamtkontext mit ein: Sei es eine melancholische Gitarrenline, ein erdrückender Beat, ein epileptischer Bassrhythmus oder ein dystopischer Text. Unsere Generation kämpft unserer Meinung nach immer mit dem Gefühl, wo wir eigentlich genau stehen in dieser Welt. Genau jetzt ist wieder eine Zeit angebrochen, in der die Zukunft für alle sehr ungewiss ist.

Ich persönlich mag Musik sehr, die tanzbar ist, aber eine tiefe Melancholie in sich trägt. Ist das eine Kombination, die ihr bewusst gewählt habt oder wie hat sich euer Sound entwickelt??

Bewusst in unseren Anfängen eventuell nicht, aber mittlerweile schon sehr. Mit dieser Genre-Kombination sind wir aufgewachsen und haben uns diesen Sound auch sehr angeeignet. Andere Bands werden ab einem bestimmten Zeitpunkt immer sehr poppig. Das wollten wir vermeiden und wieder zu unseren Grundanfängen zurückkehren. ‘FORWARD! FUTURE!’ ist ein Liebesbeweis an unser früheres Selbst.

Gegründet habt ihr euch 2009, seit drei Jahren ist auch Damian mit dabei. Ist es euch von Anfang an leicht gefallen, Songideen vor den anderen vorzustellen?? Man lässt ja schon die Hosen runter und macht sich angreifbar?!

Damian hatte schon vorher in mehreren Bands gespielt und unter anderem auch mit einem Großteil von FUCK ART, LET’S DANCE! schon eine andere Band gehabt, bevor wir uns gegründet haben. Unser Flow und unsere größte Eigenschaft ist die, dass wir voreinander keine Angst haben. Wir kennen uns alle schon über 20 Jahre und haben zusammen immer sehr viel unternommen. Unsere Qualität ist auch die Fähigkeit zu jammen, sei es auf der Bühne oder im Proberaum. Wenn wir dabei verkacken, ist das nicht weiter schlimm, da wir alle auf das Selbe zielen. Heftige Musik zu machen.

Ende September startet eure Tour. Stellt euch vor, ihr dürftet pro Abend nur einen Song spielen aus eurem Repertoire, welcher wäre es, warum und was wollt ihr eurem Publikum mit auf den Weg geben??

Wir würden den Titelsong zu unserem Album spielen : ‘FORWARD! FUTURE!’ Wir leben in einer Zeit, die nur so von Negativität übersprudelt. Überall liegt etwas im Argen. Wir können dagegen etwas tun, indem wir uns endlich wieder erheben und uns nicht vor der Realität entziehen und diese ignorieren. Wir wollen, dass die Augen geöffnet sind und versuchen dies mit unserer Energie, unserem Live-Charakter und unserer aktuellen Platte zu vermitteln. Wir werden eine bessere Zeit für uns Erschaffen, erst auf der Bühne und hoffentlich nach der Show auch bei jeder Person im Herzen.