Dua Lipa – Dua Lipa

Bevor das selbst betitelte Debutalbum von Dua Lipa erschien, hatte sie sich mit ihren Vorab-Singles bereits auf der ganzen Welt einen Namen gemacht und zahlreiche Auszeichnungen einheimsen können. Junge 22 Jahre, ein Gesicht wie gemalt schaut mich vom Albumcover an und wie schnell möchte man sie mit anderen Pop-Starlets über einen Kamm scheren. Doch Dua’s Biografie lässt mich erahnen, was für eine toughe Frau hinter dieser Künstlerin steckt.

Ihre ersten elf Lebensjahre wächst die Tochter kosovarischer Eltern in London auf, bevor die Familie in den Kosovo zurück geht. Doch dort verstärkt sich Dua’s Wunsch nach einer ernsthaften Musikkarriere, weshalb sie im unglaublichen Alter von fünfzehn allein nach London zurückkehrt. Untergekommen bei Freunden scheitert sie beim Erreichen der Oberstufen-Reife, weil sie das Partyleben für sich entdeckt. Doch ihr Ehrgeiz treibt sie voran, durch intensiven Unterricht holt sie ihren Abschluss nach und zwar mit Bravour, die Universitäten zeigen entsprechend großes Interesse.

Allein diese Geschichte lässt mich alle vorab aufgekeimten Vorurteile über Bord werfen und belehrt mich eines Besseren. Dua Lipa versucht fortan über das Internet Aufmerksamkeit für ihre Musik zu bekommen und tatsächlich wird ein Management von Lana Del Rey hellhörig und kurzer Zeit später unterschreibt Dua bei Universal. Und ab da geht es nur noch steil Bergauf.

Ihr erster Longplayer beinhaltet ihre bereits eingangs erwähnten Singles und zahlreiche neue Songs. Und mit zahlreich meine ich wirklich zahlreich: Welcher Künstler packt heutzutage noch siebzehn (!!) Songs auf ein Album?! Dua Lipa’s Inspiration zieht sie aus Pop und Hip Hop, beide Stilrichtungen zeichnen den Sound der Britin aus. Ihre Songs füllen zuverlässig die Tanzflächen überall auf unserem Globus und dabei gehen die smarten Text manchmal leider etwas unter. Die Produktionen sind perfekt ausgefeilt, aber mir würde ein Gang runter hier und da besser gefallen. Deshalb stechen ‘No Goodbyes’ und ‘Thinking ‘Bout You’ für mich positiv hervor, da sie aufgeräumter und weniger hektisch erscheinen.

Was Dua Lipa einzigartig macht ist diese freche Mischung aus traditionellem Balkan-Sound und selbstbewusstem britischen Auftreten. Diese Kombination zeigst sich besonders bei ‘Dreams’ und ‘Hotter Than Hell’. Zwischenzeitlich sind dann aber zu austauschbare Nummern dabei, die auch jede andere Pop-Konkurrentin hätte einsingen können. Dabei hat Dua einen klaren Vorteil: Ihre raue und dunkle Stimmfarbe, die mich phasenweise an P!nk erinnert. Nun ist es erst der Anfang dieser jungen Frau, die ihren Stil noch festigen und rund feilen muss und wird. Da bin ich zuversichtlich. Einmal, weil sie das Talent hat, vor allem aber, weil sie sich durchzusetzen weiß.